Istanbul

Istanbul die Millionen Metropole am Bosporus. Tatsächlich ist die Einwohnerzahl Istanbuls nur eine geschätzte Größe, denn jederzeit kommen neue teils unkontrollierte Zuzüge aus dem Umland hinzu. Derzeit geht man von 12 Mio Einwohnern + rund 2 Millionen Touristen aus.

Im Juni diesen Jahres sind wir mit Freunden eine Woche nach Istanbul geflogen um uns diese geschichtsträchtige Stadt einmal live anzusehen.

Wir sind mit dem Nachtflieger von Berlin geflogen und gegen 6:00 Uhr in Istanbul angekommen. Schon aus dem Flugzeug waren die riesigen Ausmaße der Stadt gut zu erkennen. Netzartig wächst diese Stadt über die umliegenden Hügel und Täler und drängt sich dicht an den Bosporus und das Mittelmeer.

Tag 1 „Ankommen im Orient“: Nachdem wir auf dem Flughafen gelandet sind, ging es auch gleich zum Bus und von dort aus direkt in den Stau. Alles strömt bereits um 7:00 Uhr in die Stadt und dementsprechend ist die gesamte Verkehrsinfrastruktur schnell überlastet. Überall sieht man die sog. Dolmus („Dolmusch“ bedeutet „ist schon voll“) fahren. Dies sind Kleinbusse die allesamt wirklich voll sind, was natürlich nicht davon abhält weitere Fahrgäste aufzunehmen.

Nach einer 3/4 Stunde ist diese Etappe geschafft und wir können mit der Fähre nach Eminönü übersetzen. Dieser Bezirk liegt im traditionellen Stadtteil Sultanahmet. Hier befinden sich die berühmtesten Sehenswürdigkeiten Istanbuls. Dies sind die Aya Sofya (Hagia Sofia), der Topkapi Palast und die Blaue Moschee.

Nach dem Hotel Check-In haben wir uns in Sultanahmet ein wenig umgesehen und die wunderschöne Blaue Moschee besucht. Hier ist für Frauen Kopftuchpflicht.

Ebenso sind die Schuhe auszuziehen, was im Eingangsbereich der Moschee ein wenig müffelt, da natürlich die Touristen sich nicht wie die gläubigen Muslime die Füße waschen.

Sei es drum der Besuch lohnt sich definitiv. Die Frage woher die Blaue Moschee Ihren Namen hat, beantwortet sich im Innenraum ganz von allein.

Tag2 „Bosporus Bosporus ..“: Am zweiten Tag standen eine Bosporus Fahrt und die Besichtigung des Stadtteils Beyoglu auf dem Programm. Bosporus .. Bosporus schallt es weithin über den Anlegerplatz. In Marktschreiermanier werden hier die Bootsfahrten beworben.

Über den Bosporus erschließt sich die Stadt aus einem ganz anderen Blickwinkel. Man sieht die Häuser, die auf den Hügeln meist von großen Neubauten gekrönt sind, wie Wasser um die Landschaft fließen. Alt und Neu steht hier teils chaotisch aber irgendwie auch interessant zusammen.

Direkt am Wasser gibt es private Grundstücke die, wenn Sie direkt am Wasser liegen, nicht unter einer Million zu haben sind.

Zurück in der Stadt sind wir über die Galater Brücke zum Stadtteil Beyoglu gelaufen. Die Galater Brücke wird täglich von hunderten Anglern bevölkert, die ungeachtet des darunter durch fahrenden Fährverkehrs Ihre Fische angeln. Das übrigens Tag und Nacht!

Beyoglu ist anders als Sultanahmet ein Stadtteil der wesentlich westlicher ausgerichtet ist. Hier findet man mit der Istiklal Cadesi eine moderne Flaniermeile mit einem reichaltigen Angebot aller Modemarken.

Ebenso findet man in den Seitenstraßen eine Kneipenlandschaft die Ihres gleichen sucht. Nachts ist daher in Beyoglu mindestens genau so viel los wie am Tage.

In einer traditionellen „meyhane“ habe wir den Abend mit dem sog. Löwenmilch Ritual (dem gepflegtem Raki trinken) ausklingen lassen.

Tag 3 „Untergrund“: Die Löwenmilch des gestrigen Abends musste erst verdaut werden und so begann dieser Tag etwas später. Für diesen Tag hatte wir uns die Yerebatan Zisterne im kühlen Untergrund Istanbuls zur Besichtigung ausgesucht.

Die Zisterne ist mit Ihren 336 Säulen und 140 x 70 Metern ein sehr beeindruckendes unterirdisches Bauwerk. Ihr Wasser wurde in der Byzantinischen Zeit für Brauchwasser und Trinkwasser benutzt und später von den Osmanen für die Bewässerung Ihrer Felder verwendet.

Die Lichtinstallation lässt die Zisterne geheimnissvoll erscheinen. Im Sommer finden in dieser Kulisse Klassik- und Jazzkonzerte statt.

Für den Abend hatten wir uns vorgenommen den Rat unseres Hotelportiers zu folgen und den Aussichtspunkt „Pierre Loti“ (benannt nach einem Französischen einem französischen Marineoffizier und Schriftsteller) zu besuchen.

Die Aussicht auf das nächtliche Istanbul war wirklich großartig.

Tag 4 „Shoppen Shoppen Shoppen“: In Istanbul gibt es ein besonders „Ladenviertelnamens „Grand Bazaar“. Der Name ist Programm. 4000! Läden auf einer Fläche von 1336 Quadratmetern laden zum kaufen ein. Die Gassen sind mit Kuppeln und Gewölben Überdacht und bilden ein wahres Kauflabyrinth. Man(n) findet aber gut wieder heraus, Frau … auch.

Preise vergleichen und handeln ist natürlich Pflicht. Dabei hab ich im Reiseführer eine interessante Information gelesen. Das feilschen ist keine Erfindung des türkisch-muslimischen Händlers. Über Jahrhunderte galt ein Preis für die Waren einer Güteklasse und Habgier war Verpönt.Vielmehr wurde der Händler der morgens noch keinen Kunden hatte von seinem Nachbarhändler beschickt.

Sehr sozial finde ich!

Nach Befriedigung der Kaufgelüste ging es weiter mit Kultur und zwar mit nichts geringerem als, der Zentrale der Macht im damaligen Osmanischen Reich, dem Topkapi Palast. Der Palast ist recht Weitläufig und enthält viele Gärten und Höfe. Er wurde von Mehmet II. (dem Eroberer Konstantinopels) um 1478 gegründet. 4000 Menschen haben damals innerhalb der Palastmauern gelebt.

Auch einen Haremsbereich gibt es natürlich im Palast. Jedoch wird für diesen Bereich separat Eintritt verlangt.

Filigran sind die Verzierungen und Ornamente des Palastes. Hier kommt sofort ein Gefühl wie von tausend und einer Nacht auf.

Abends haben wir noch die Lichter der Bosporus Brücke bewundert, die sich im Zeitintervall änderten. Tolles Schauspiel! Aber ich glaube Energiesparlampen waren es wohl nicht 😉

Tag 5 „Raus auf die Insel“: … und zwar auf die Prinzen Inseln. Diese der Küste Istanbuls vorgelagerten kleinen Inseln haben Ihren Namen von einem eher traurigen Brauch. Der damalige Herrscher Konstantinopels schickte seine Söhne, die nicht für das Thronerbe bestimmt waren, in die Verbannung auf eine dieser Inseln. Dort wurden Sie von Mönchen im Kloster erzogen und lebten bis zu Ihrem Tode dort.

Richtige Melancholie will aber auf diesen schönen Fleckchen nicht aufkommen. Viel zu schön sind die Küsten, Buchten und Strände hier. Es ist übrigens sehr angenehm, das auf der Insel Autoverbot gilt. Wer die Insel erkunden will muss sich also ein Fahrrad mieten oder mit einer der vielen Kutschen fahren, die dort wie Taxen auf Gäste warten.

Übrigens sollte man sich die Fahrräder vorher genau ansehen, es sind auch „faule“ Exemplare darunter.

Nach diesem Inseltag und der Rückfahrt mit der Fähre waren unsere müden Knochen reif für ein türkisches Dampfbad („Hamam“). Das ist definitiv eines der Dinge die man in der Türkei mal erlebt haben sollte. Nach 15 Minuten des „Muskelweichschwitzens“ folgt die Waschung mit anschließender Massage. Aber hier muss man definitiv locker sein, denn es wird ordentlich zugepackt! Da muss die Wirbelsäule oder das Kniegelenk schon mal Knacken, bis der Masseur zufrieden ist. Dafür wird man aber belohnt mit einem Gefühl von Gummi in allen Gliedern. Die Geschmeidigkeit ist wieder hergestellt.

Tag 6 „Aya Sofya“: Die Hagia Sofia („Kirche der göttlichen Weisheit“) ist wirklich ein beeindruckender Sakralbau und ebenfalls eine Sehenswürdigkeit die man in Istanbul gesehen haben sollte. Die Kirche wurde von Konstantin dem Großen in Auftrag gegeben und 360 von dessen Sohn eingeweiht. Mächtig wirkt das Königsportal im Inneren der Kirche. Früher schritten dort nur die Königsfamilie und hohe Würdenträger hindurch. Irgendwie ein komisches Gefühl das nun über 1700 Jahre später, jeder Besucher einfach hindurch gehen kann. Tja, nichts ist von Dauer!

Am Abend haben wir uns nocheinmal nach Beyoglu begeben um auf den Galater Turm zu steigen und den Ausblick über Istanbul nocheinmal zu genießen können, bevor wir am nächsten Tag wieder nach Hause fliegen. Im Dunst des Abendlichtes wirkt die Stadt fast magisch. Die vielen Dachterassen machen sofort Lust sich ins Getümmel der Restaurants und Bars zu stürzen und den Abend bei einem Glas „Löwenmilch“ ausklingen zu lassen.

Tag 7 „bye bye Istanbul“: Ein Besuch dieser alten Stadt ist wirklich lohnenswert und jedem Interessierten zu empfehlen. Zum Schluss einfach noch ein paar Impressionen vom Galater Turm auf Istanbul.

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3 Kommentare

  1. Ein sehr schöner Bericht. Toller Erzählstil und besonders klasse finde ich Dein Auge für Details (z.B. „… im Eingangsbereich der Moschee ein wenig müffelt, da natürlich die Touristen sich nicht wie die gläubigen Muslime die Füße waschen.“). Danke für den wunderbaren Artikel!

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